Frühling 2016
 

Hugo-von-Trimberg
  Schule Niederwerrn

Hugo-von-Trimberg Grundschule Niederwerrn
Hugo-von-Trimberg Mittelschule Niederwerrn
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Europaschule

Foto: Uwe Eichler


Zwölf Sterne für eine Schule

Staatsministerin Emilia Müller zeichnet Trimbergschule für Europa-Projekte aus

Eine Schule mit zwölf Sternen: Staatsministerin Emilia Müller (links) überreichte Rektorin Ute Kempf die “Europa-Urkunde“ für die Hugo-von-Trimberg-Schule, aufgrund besonderer Leistungen in Sachen europäischer Einigung.

Russland gehört auch dazu: Zumindest beim „Troika“-Tanz der Klasse 4c, bei dem russische Pferdchen mit den Hufen klappern durften. Rund 100 Schüler stammen aus der Russischen Föderation oder Kasachstan. Neben Ländern wie Türkei, den USA und Brasilien oder Afrika ist auch Griechenland vertreten. Die gemeinsame Poppenhäuser-Niederwerrner Schulband (ein Steckenpferd des neuen Konrektors Matthias Schranner) spielte zum Auftakt die Europahymne. Viel Politprominenz im Saal, aber auch Vertreter der Europa-Union, geistige Vordenker der Einigung seit der Nachkriegszeit (mitgegründet durch den Buchenwald-Überlebenden Eugen Kogon). Ebenfalls anwesend waren die Partnerschaftsbeauftragten der drei Comenius-Partnerschulen in Wales, Norwegen und Spanien: Kerina Hanson, Rune Ask und Monica Fernandez. Mit dabei auch Klavdija Cerovsek aus Maribor, Slovenien: Ihre Schule steht noch in den Startlöchern, was die künftige Partnerschaft angeht.

Emilia Müller lobte die Volksschule als eine der besten Schulen mit europabezogenen Projekten in Bayern. Dafür gibt es die Europa-Urkunde, die nur einmal im Jahr vergeben wird. Eine Ehre, die Rektorin Ute Kempf ebenso wie ihrem Vorgänger Walter Langenberger und der „gesamten Schulfamilie“ gebühre. Denn: „Hier wird der Europagedanke verwirklicht.“

Die Niederwerrner Volksschule hat zunächst schulische Bande mit Ifs, der Partnerkommune in Frankreich geknüpft. Ab 2005 folgten Comenius-Projekte, zum Thema Outdoor-Teaching, also „Unterricht in freier Natur“. Und das Thema Wasser, als verbindendes Element in Europa. Ebenso gibt es Spendenaktionen aller Schulen, etwa für ein krankes Mädchen in Polen. Auch dorthin gab es Kontakt. In Niederwerrn werden Englisch- und Französisch-Kurse angeboten, letzteres in Zusammenarbeit mit dem Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt.

Bürgermeister Peter Seifert sieht die Urkunde auch als Auszeichnung für eine gelungene, umfassende Symbiose zwischen der Gemeinde und ihrer Schule: insgesamt sind hier 47 Nationen vertreten. „Europa ist ein Garant des Friedens“, lobte Rektorin Ute Kempf, wie ein zartes Pflänzchen wachse ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Landrat Harald Leitherer nutzte die Feierstunde für einen aktuellen Seitenhieb auf „Irre“, „rechte Sektierer“ und „braune Fanatiker“. Deutschland sei in Europa immer Durchzugsgebiet gewesen. Trotz oder gerade wegen der momentanen „Wirren“ sei es wichtig, dass sich Jugendliche näherkämen. Dieses Kennenlernen bedeute nicht, nationale Eigenheiten aufzugeben und einen „Einheitsbrei“ zu schaffen.

Anton Halbich, Kreisvorsitzender und Schulbeauftragter der Europa-Union Unterfranken, fühlte sich „fast benommen“ von dem bunten Programm: „Niederwerrn ist ein Leuchtturm Europas in ganz Bayern.“ Nach der Europahymne ging's zum Buffet, angerichtet durch die Cooking Angels der Schülerfirma.

Urkunde

Von unserem Mitarbeiter Uwe Eichler